Montag, 31. März 2014

Alternative Kosmetik, die Geld und Verpackung spart =)

Aloha,

in letzter Zeit versuche ich ja zunehmend, Plastik bzw. Verpackung im Allgemeinen zu vermeiden, wo es geht. Da ich es ja auch grad mit dem Geld nicht so dicke hab, kommt noch hinzu, dass ich in vielen Punkten versuchen muss, so preiswert wie möglich wegzukommen. Grad im Bereich Kosmetik lässt sich beides erstaunlich einfach kombinieren. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viel die Verpackung bei den meisten Kosmetika am Preis ausmacht! Was wir bezahlen sind zum größten Teil nicht die Seife oder das Shampoo an sich, sondern die Verpackung, das Verpackungsdesign, die Marke und die Transport- und Lagerungskosten.

Hier also ein paar Ideen von mir, wie man im Badezimmer ganz einfach Geld sparen und die Umwelt schonen kann. Als Bonus sind die meisten Ideen obendrein noch dekorativer oder gesünder als die "kommerzielle" Variante. Falls ihr weitere Ideen und Anmerkungen oder über ähnliche Themen schon selbst gebloggt habt, freue ich mich wie immer über eure Kommentare!

Seife
In den meisten Fällen gilt: feste Kosmetika ist umweltschonender und preiswerter als flüssige! Sie sind "unverdünnter" und halten darum viel länger. Flüssige Produkte halten weniger lange und nehmen deutlich mehr Platz weg, so dass viel mehr Verpackung nötig ist und mehr Energie zum Transport und zur Lagerung aufgewendet werden muss. Daraus entsteht zum einen eine größere Umweltbelastung, zum anderen aber auch ein höherer Preis.

Der einfachste Schritt um flüssige durch feste Produkte zu ersetzen ist sicherlich die Handseife. Wenn man mal überschlägt, wie lange ein Seifenstück im Vergleich zu Flüssigseife hält, kann man sich sogar schöne Naturkosmetikseifen mit tollen Düften oder pflegenden Ölen darin kaufen! Viele Leute kochen ihre Seife auch komplett selbst. Und ich find es sieht allemal schöner und einladender aus als die Plastikseifenflasche vom Aldi (vor allem wenn die fast leer ist und immer umfällt):
 

Wichtig bei fester Seife ist die Seifenschale, sie sollte auf jeden Fall Löcher haben, damit das Wasser ablaufen kann und die Seife nicht aufweicht. Bei Holz- oder Plastikschalen kann man so ein Loch auch selbst bohren. Keramikschalen ohne Löcher sind Mist! Außerdem sollte man darauf achten, dass man die komplette Schale einfach mit einem Schwamm reinigen kann, also wenig Ecken und Ritzen sind, in denen sich Seifenmatsch ansammeln kann.

Duschgel
Statt Duschgel kann man im Prinzip auch feste Seifen verwenden. Ich habe allerdings noch Duschgelflaschen übrig, und da sich das Zeug bei mir einfach nicht verbraucht, wird es wohl noch etwas dauern, bis ich auf feste Stücke umsteige. Verpackung und Geld habe ich hier bislang gespart, indem ich große Flaschen zu z.B. 400 ml gekauft habe - je mehr Inhalt, desto weniger Verpackung pro ml ist nötig.
Außerdem benutze ich immer einen Schwamm, um das Duschgel effizient zu nutzen. Dadurch brauche ich nur ganz kleine Mengen an Duschgel, aber es schäumt trotzdem ausreichend für den ganzen Körper (ich glaube, wenn man keinen Schwamm benutzt, wird das meiste Duschgel mehr oder weniger ungenutzt sofort wieder abgespült).

Körperpeeling
Das Problem an den meisten Körperpeelings ist, dass die Peelingkörner aus Kunststoffen bestehen. Die können wegen ihrer kleinen Größe in den meisten Kläranlagen nicht gefiltert werden und gelangen in die Flüsse, Seen und Meere. Kunststoffe zersetzen sich aber nicht, sondern zerfallen nur in immer kleinere Teilchen. Die werden dann von Fischen oder sogar vom Plankton gefressen. Viele Kleinstlebewesen sterben daran, weil die Kunststoffteile ihre Verdauung verstopfen, und bei größeren Tieren lagern sich Substanzen aus dem Kunststoff im Gewebe und Blut an. Diese Stoffe können toxisch oder krebserregend sein und z.T. sogar wie Hormone wirken. Auch beim Menschen sind diese Stoffe inzwischen im Blut nachweisbar.

Kurzum, Kunststoff in Verpackungen ist suboptimal, Kunststoffpeelingkörnchen aber auch. Inzwischen werden auch Peelings mit Körnern aus Naturmaterialien angeboten. Im Prinzip braucht man diese aber auch gar nicht, man kann einfach einen Peelinghandschuh verwenden. Da spült man die Körnchen nicht in den Abfluss, sondern behält sie am Schwamm, was obendrein deutlich billiger ist (und meiner Meinung nach auch besser klappt, weil die Körnchen dann nicht zwischen die Finger "flüchten"). Mein absoluter Favorit unter den Peelinghandschuhen ist der Kismee (kann man z.B. hier bestellen), der bei sorgsamer Behandlung fast ewig hält, eine super glatte, weiche Haut macht und auch gegen einwachsende Haare hilft.

Gesichtspflege
Hier habe ich radikal reduziert! Meine Haut ist leichte Mischhaut, richtige Pickel bekomm ich selten, aber Mitesser und kleine dicke "Knubbel" kamen recht oft. Die absolut beste Hilfe dagegen ist, wie ich festgestellt habe, einfach nur Heilerde. Die gibt es fertig in der Plastiktube, aber auch (billiger und mit weniger Verpackung) in Pulverform zum selbst anrühren, z.B. bei dm (eher im hinteren Bereich zwischen den Nahrungsergänzungsmitteln und der Babynahrung irgendwo). Ich rühr mir immer eine kleine Dose voll an und nutze das als tägliche Waschpaste und ab und zu als Gesichtsmaske. Wenn man ein bisschen doller rubbelt, geht es auch als Peeling.
 
Meine Heilerde zum selbst anrühren.
Neben der Heilerde benutze ich dann nur noch eine gute Gesichtscreme, die viel Feuchtigkeit spendet (ohne Paraffine, seit Jahren die Moisture Surge Intense von Clinique, weil die auch extrem ergiebig ist und die Haut nicht ölig macht). Waschgel, Peeling, Masken etc. nehm ich gar nicht mehr - ein Pott Heilerde reicht. Gesichtswasser hab ich nur noch in Restbeständen da, werd ich aber denke ich auch nicht mehr nachkaufen.


Deo
Beim Deo musste ich lange überlegen. Irgendwann hatte ich mal ein festes Deo von Lush, das aber sehr bröckelig war, komisch roch und obendrein blöde, harte Flecken in die Shirts machte. Allerdings sind gerade Deoflaschen ja von der Verpackung her extrem aufwendig und umweltschädigend - wen es interessiert, der kann hier nachlesen, welche Auswirkungen unser Aluminiumverbrauch auf den Regenwald hat.

Deoroller sind natürlich eine Alternative. Mir fiel zwischenzeitlich aber noch etwas ein, dass ich vor einigen Jahren schonmal hatte: ein "Deo-Kristall", bzw. Alaunstein. Das ist ein kleiner Mineralstein, der einfach auf angefeuchteter Haut herumgerubbelt wird und damit wie ein Deo wirkt, aber auch zur Blutungsstillung, z.B. nach Schnittwunden. Natürlich hat der auch seinen ökologischen Fußabdruck und das Mineral musste irgendwo gewonnen werden - aber er hält ewig. Wirklich ewig. Ich hab vor 3 Monaten einen 100 g Stein für ca. 5 Euro auf Ebay gekauft, und der ist irgendwie immer noch gleich groß, nur die Ecken sind etwas mehr abgerundet. Verpackt war er nur in einer dünnen Plastikfolie (wohl gegen Feuchtigkeit) und einer Pappschachtel:
 
Ausgepackter Alaunstein als Deoersatz.
Der Stein kann mehrere Jahre halten, wenn man ihn gut behandelt. Mein früherer, den ich vor etlichen Jahren mal von meiner Oma bekam, hatte eine Plastikkappe, die ich immer geschlossen hatte. Da man die Haut aber anfeuchten musste, um ihm zu benutzen, konnte er in dieser Plastikverpackung nicht mehr richtig trocknen und es haben sich Rillen hineingefressen, so dass er zunächst kratzte und dann irgendwann zerbrach. Meinen jetzigen Stein habe ich ohne irgendwelche Verpackung auf einer Seifenschale liegen und nutze ihn halt auf feuchter Haut, aber mit trockenen Fingern. Bislang funktioniert das sehr gut, und der Deo-Effekt ist genauso wie mit dem Sprühdeo, das ich davor immer hatte.


Shampoo/Conditioner
Beim Shampoo gilt im Prinzip das gleiche wie beim Duschgel und der Handseife: fest hält länger, ist umweltschonender und unterm Strich preiswerter. Auch hier gibt es inzwischen von verschiedenen Marken feste "Shampoobars" und Conditioner. Der Vorteil hierbei ist auch, dass man auf Reisen deutlich weniger Volumen mitschleppen muss, wenn man einfach diese Seifenstückgroßen Tabletten nimmt.

Mein Lieblingsshampoo ist allerdings das leider flüssige Henna-Shampoo von Sante (gibt es auch bei dm). Ich hab halt auch extrem empfindliche Haare und traue mich da nicht mit viel ran. Bei Alnatura gibt es zwar Sante Shampoo nun auch in der 950 ml Flasche zum Nachfüllen für kleinere Flaschen, aber leider gerade nicht das Hennashampoo. Nebenbei benutze ich die New-Shampootablette von Lush, das machen meine Haare aber nicht auf Dauer mit. Bei Alnatura gibt es noch ein paar weitere feste Shampoos, aber ich traue mich nicht so ganz... Hat jemand von euch Tipps für empfindliche, dünne Haare?

"Monatshygiene"
Ein total bescheuertes Wort, und die Berge an Tampons oder Binden, die man dafür jeden Monat verbraucht, sind genauso bescheuert. Das geht auf Dauer richtig ins Geld, und vor allem muss man immer darauf achten, Wechselprodukte dabei zu haben (diese klischeehaften 5 Tampons pro Damenhandtasche). Wenn man wie ich gern einfach nur mit dem Hausschlüssel in der Hosentasche und maximal noch der Geldbörse in der Jacke nach draußen rennt, verplant man das natürlich auch öfter...

Für Experiementierfreudige gibt es als Alternative Menstruationscups wie z.B. den Mooncup oder Divacup. Das sind weiche Silikonbehälter, die man wie Tampons benutzt, aber "auskippen", auswaschen und wiederverwenden kann. Ich nutze nun seit fast 9 Jahren einen Mooncup und kenne inzwischen auch viele andere, die davon begeistert sind. Der Anschaffungspreis liegt bei ca. 25 - 30 Euro (kann man z.B. hier bei Amazon bestellen) und er ist angeblich mehr als 10 Jahre nutzbar. Ich habe meinen ersten etwas länger als 8 Jahre genutzt, fand dann aber dass er etwas hart geworden ist und habe letztes Jahr dann meinen zweiten bestellt. Da man über den Mooncup (oder Divacup oder was es da noch alles gibt) unglaublich viel schreiben kann, beschränk ich mich hier nur auf den generellen Tipp, wer mehr wissen will, findet bei kurzer Internetrecherche sicher super viele Erfahrungsberichte. Mir hat der Mooncup viel Geld, Platz, Abfall und Nerven gespart und ich fand ihn auch deutlich verträglicher als diese austrocknenden Tampons.


Kommentare:

  1. Was Peelings angeht - am liebsten benutze ich gebrauchten Kaffeesatz. Das ist zwar eine mittelgroße Sauerei, aber davon hab ich erstens eh reichlich, und zweitens sorgen die im Kaffee enthaltenen Öle und das restliche Koffein für einen Extra-Schönheitskick.

    Und zu Menstruationstässchen - ich liebe meins, und (vorsicht, potenzieller Ekel) die aufgefangenen Körperflüssigkeiten benutze ich als Pflanzendünger. Jaaa, sorry. ^^

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    1. Stimmt, Kaffeesatz habe ich früher bei meinen Eltern auch benutzt! Da wir aber keinen Kaffee trinken, gestaltet sich die Rohstoffsuche jetzt schwieriger...
      Das mit dem Blut war mir neu, aber nach kurzer Recherche hab ich herausgefunden, dass auch in vielen verkauften Düngern Blut oder Blutpulver drin ist. Werde das auch mal probieren, erstmal vorsichtig auf dem Balkon ^^ Vielen Dank für den Hinweis! =D

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